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05.12.2021 00:13:08


Persönliche Abschiedsworte von Simon Meier

Für mich wird es Zeit, auf die vergangenen acht Jahre zurückzublicken. Ich wandere Ende Juli weiter, um als Heim- und Klinikseelsorger in Muri AG zu wirken. In der Rückschau ziehen vor meinem inneren Auge viele farbenfrohe Bilder vorbei. Viele gelöste, stimmungsvolle und berührende Momente und Begegnungen mit den Menschen im Pastoralraum drängen sich in den Vordergrund. Natürlich gab es auch Begegnungen mit Menschen, in denen die Unterschiedlichkeit des Kirchenbildes schmerzlich und mühsam spürbar war. Das Schöne für mich jedoch ist, dass die Farbtupfer aus den vergangenen Jahren meine dumpfen, «grau-in-grau» Erfahrungen spielend und leicht überdecken können. Ich bin sehr dankbar für die Zeit, in der ich den Pastoralraum Region Brugg-Windisch als Gemeindeleiter zusammen mit vielen ehrenamtlich engagierten Mitchristen und einem kreativen, motivierten und leistungsstarken Team mitgestalten und prägen durfte.

Gerne erinnere ich mich an Momente, in denen zum Beispiel die Kirche St. Nikolaus in Brugg recht bunt dahergekommen ist. Lange Fahnen schmückten den Chorraum der Kirche, ausgebreitet wie ein Baldachin über dem Altar. Die Fahnen sind von flinken und kreativen Kinderhänden bemalt worden anlässlich des Stadtfestes Brugg 2019. Als farbenfrohe, den Menschen jeglicher Schattierung zugewandte Kirche mitten im Festrummel, wurden wir wahrgenommen. Als Gemeinschaft waren wir erfahrbar, die nicht nur drinnen, sondern auch draussen sichtbar ist. Denselben Fokus haben wir in den vergangenen Jahren in der Pastoralraumbildung im Blick gehabt: Wir wollen Teil einer offenen und allumfassenden Kirche sein, die auch bei sozialen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen Farbe bekennt.

Ist es nicht so, dass gerade die Vielfältigkeit der so unterschiedlichen Glaubenszugänge der Pastoralraumangehörigen unsere christliche Gemeinschaft hier in der Region erst bunt und interessant werden lässt? Angehörige der kirchlichen Gemeinschaft miteinander im Dialog unterwegs, komplementär in den Haltungen, aber dennoch offen, um sich neu durchmischen und inspirieren zu lassen. Wir alle wissen genug über die Farbenlehre, erst im Mischen der Grundfarben entsteht die farbenprächtige und weitgefächerte Farbpalette. Mein Traum bleibt es, dass die kirchliche Gemeinschaft zu einer buntgemalten, grossen Familie zusammenwächst.

Ich danke all denen ganz herzlich, die mit grossem persönlichem und ehrenamtlichem Engagement in den vergangenen Jahren an der farbenfrohen Gemeinschaft Kirche in der Region mitgestaltet haben. Ich danke allen Mitarbeitenden, die während dieser Zeit viele, positiv in Erinnerung bleibende Farbtupfer gesetzt haben.  Der Pastoralraum lebt, und je bunter und offener er sich zeigt, desto schöner kann das Pastoralraumbild als künstlerisches Gesamtwerk vollendet werden. Möge dieses Bild einer dynamischen Gemeinschaft weiter in unseren Köpfen lebendig bleiben und mehr und mehr Form und Gestalt annehmen, das wünsche ich uns allen. Tragt Sorge zueinander!

Simon Meier, Pastoralraumleiter und Seelsorger Kirchenzentrum St. Nikolaus Brugg

Fotogalerie


Kärtchen zur Verabschiedung von Simon Meier mit der von Sue Gebard gemalenen St. Nikolaus-Kirche.
 
Datum der Neuigkeit 1. Juli 2021

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