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Pastoralraum Brugg-Windisch

Besonnen weitergehen

Reaktion auf die neue Instruktion der Kleruskongregation „Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche“ vom 20. Juli 2020.

Die neue und unvermittelt erschienene Instruktion aus dem Vatikan hat zu vielen und teils sehr kontroversen Reaktionen im deutschsprachigen Raum geführt. Während einige Kreise in der Kirche nun den Moment gekommen sehen, an dem alle seit Jahrzehnten bewährten gemeinschaftlichen Leitungsmodelle in den Pfarreien nun verboten werden sollten, bezieht der Bischof des Bistums Basel, Felix Gmür, eine andere Position.

In seinem Schreiben vom 29. Juli 2020 an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst und alle Vertreter*innen der verschiedenen kirchlichen und staatskirchenrechtlichen Gremien äussert sich Bischof Felix unter dem Titel „Besonnen weitergehen“ folgendermassen:

«Mir gefällt, dass die Instruktion den missionarischen Auftrag der Pfarrei unterstreicht. Die Pfarrei dreht sich nicht um sich selbst. Es ist deshalb gut, uns selbstkritisch zu fragen, ob wir in unseren Pastoralräumen und Pfarreien wirklich „den Glauben ins Spiel bringen“». Ausserdem sieht Bischof Felix im Stichwort der «Erreichbarkeit und Nähe» (Nr. 44 des Dokumentes) eine bleibende Herausforderung für sein Bistum. Und er unterstreicht positiv, «dass das «ganze Volk Gottes Subjekt der Evangelisierung ist».

Die Instruktion erinnere an einschlägige allgemeine kirchenrechtliche Vorgaben, so Bischof Felix. «Dass die Pfarrei so sehr auf den Pfarrer zentriert gesehen wird, entspricht nicht unserer Wirklichkeit und ist obendrein theologisch defizitär und klerikalistisch verengt. Denn „der grundlegende Bezugspunkt für die Pfarrgemeinde“ (Nr. 62) ist nicht der Pfarrer, sondern der gekreuzigte und auferstandene Jesus Christus.»

Da die Instruktion allgemein sei und naturgemäss nicht auf besondere Umstände und lange bewährte Wege eingehen könne, stellt Bischof Felix klar, dass das duale System der Schweiz – das Zusammenwirken von kirchlichen und staatskirchenrechtlichen Strukturen – davon nicht berührt sei. Das bedeute konkret, dass «unsere Leitungsmodelle sowie die Berufs- und Amtsbezeichnungen weiterhin gelten.»

Bischof Felix legt seine persönliche Haltung und Führungskompetenz in die Waagschale, wenn er schreibt: «Ich will mich darum weiterhin dafür einsetzen, dass das kirchliche Leben im Bistum Basel entwicklungsorientiert bleibt, auch in struktureller und rechtlicher Hinsicht.» Darin bestärkt sieht er sich durch Passagen im Text aus dem Vatikan, in denen es «um Öffnung, strukturelle Reform und einen neuen Stil, um Begegnung, Nähe, Barmherzigkeit» gehe. Der Bischof des Bistums Basel, das 10 Kantone umfasst, schliesst seine Stellungnahme mit dem Satz: «Wir gehen besonnen weiter, gemeinsam, mit gebotener Unterscheidung, im Anstossen von Prozessen, im Vertrauen auf Gottes Wirken.» Mit dieser Haltung reiht er sich in eine lange Reihe von anderen namhaften Bischöfen und Kardinälen im deutschsprachigen Raum ein.

Medienmitteilung vom 04.08.2020, Pastoralraum Region Brugg-Windisch.
Die vollständige Stellungnahme von Bischof Felix finden als Dokument angehängt. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Fachperson Kommunikation des Pastoralraums, Dorothee Fischer.


Foto von Bischof Felix
 

Dokument Besonnen-weitergehen.pdf (pdf, 51.1 kB)

Datum der Neuigkeit 4. Aug. 2020

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