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Pastoralraum Brugg-Windisch

Zeitzeugen aus dem Pastoralraum Region Brugg-Windisch – Oral History



Für die Recherche zum Geschichtsbuch «Aufbau, Wandel und Wirken» untersuchten die Historiker Titus J. Meier, Astrid Baldinger Fuchs und Max Baumann einen grossen schriftlichen Bestand. Sie studierten unzählige Protokolle, Jahresberichte, Rechnungsbücher, «Pfarrblätter» und weitere Akten.

Eine unentbehrliche Quelle waren Gespräche mit Zeitzeugen. Sie berichten über Erfahrungen, die in keinem Protokoll stehen. Die Erzählungen zeigen, dass Kirche vor Ort sich ständig wandelt. Die Zeitzeugen belegen, wie man hier den Spielraum genutzt und manche Neuentwicklung angestossen hat.


 
 

Zeitzeuginnen und Zeitzeugen

Amrein, Franz XaverNach oben

Franz Xaver Amrein: Erfahrungen weitertragen
Pfarrer in Windisch, 1994 bis 2011

«Wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, kommt man mit Lebens- und Berufserfahrungen. Wenn man weitergeht, nimmt man neue Erfahrungen mit», bringt es Franz Xaver Amrein auf den Punkt. Seine Jahre als Pfarrer in der Pfarrei St. Marien Windisch waren geprägt von viel Arbeit, Anforderungen und einem wunderbaren und stets wachsenden Beziehungsnetz. Das Interview, das Astrid Baldinger mit Pfarrer Amrein führte, wird im Januar 2019 an dieser Stelle aufgeschaltet werden.

Franz Xaver Amrein

Bausch, RitaNach oben

Rita Bausch: Eine eigenständige Denkerin und Pionierin
Erste Leitende Seelsorgerin des Bistums Basel, im Birrfeld 1983–1990

Das Jahr 1983 markierte nicht nur für die Kirchgemeinde, sondern auch für die Schweiz eine Zäsur. Mit Rita Bausch übernahm zum ersten Mal eine Frau die Leitung einer Seelsorgestelle. Als Gemeindeleiterin im Birrfeld war sie mit einer Missio Canonica vom Bischof ausgestattet. Zugleich besass sie die Institutio und war damit als Laientheologin so verbindlich im Bistum integriert wie ein Priester. Bevor sie ins Birrfeld kam, hatte sie den Entschluss gefasst, als Frau zu ihrer Meinung zu stehen. Damit fand sie einen praktischen Weg, als Frau ihre Ideen umzusetzen. Den Bischof oder Pfarrer fragte sie nicht mehr um Erlaubnis, sondern informierte stets im Vorfeld über ihre Handlungen. Wenn es ihnen nicht passte, konnten sie reagieren. (Vgl. auch Kapitel «Frauen übernehmen Leitungspositionen» im Geschichtsbuch ab S. 199)

Rita Bausch

Dokument: Porträt-Rita-Bausch.pdf (pdf, 3632.4 kB)

Elser, JosefNach oben

Josef Elser: Das Gewissen ist wichtiger als die Lehrmeinung
Seelsorger Brugg-Nord 1974–1981
 

Als Josef Elser 1974 aus dem Kloster austrat, vermittelte ihm das Bistum eine Stelle in Brugg-Nord, um als verheirateter freier Theologe eine Gemeinde aufzubauen. In seinem Studium mit Impulsen des Münchner Oratoriums hatte er in den Jahren zuvor eine offene Theologie kennen gelernt, die ihm viel fürs Leben mitgab. Prägend war die Haltung, man solle weniger aufs Lehramt hören als auf das eigene Gewissen. Mit ihm und dem reformierten Pfarrer begann in Riniken und dem Kirchlichen Zentrum Lee eine neue Ära der Ökumene, die von Volk und Seelsorgern gleichermassen getragen war und im Bau des Kirchlichen Zentrums Lee «gipfelte». (Vgl. auch Geschichtsbuch, ab S. 138)

Josef Elser

Dokument: Porträt-Josef-Elser.pdf (pdf, 3359.3 kB)

Hausheer, AlbertNach oben

Albert Hausheer: Zwei Priestertage in der Diaspora
aus Cham, Pfarrer in Brugg 1902 – 1911

Albert Hausheer übernahm 1902 mit der Brugger Missionsstation sein erstes Pfarramt und war bis 1911 der zweite Pfarrer in Brugg. Er war später Direktor der Inländischen Mission. Vor allem in den katholischen Stammlanden sammelte dieses Werk Geld für Pfarrlöhne und den Kirchenbau in der Diaspora. Um zu erklären, was Diaspora bedeutete, verfasste Albert Hausheer den folgenden Text. Anonymisiert, doch anhand der Fakten eindeutig, schilderte er seinen ersten Tag als Pfarrer in Brugg und wie er es fünfzehn Jahre später erlebte.

Albert Hausheer

Dokument: Porträt-Albert-Hausheer.pdf (pdf, 1758.4 kB)

Heierli, Katharina (neu)Nach oben

Katharina Heierli: Wir wurden immer selbstständiger
Baukommission Kirchliches Zentrum Lee, Pfarreirätin Brugg-Nord, Kirchenpflege 1989–1998

Die 2018 verstorbene Katharina Heierli erzählte, wie sie als Tochter einer sehr religiösen Mutter und des ersten katholischen Regierungsrats in Basel aufwuchs. In der Familie herrschte ein offener Geist, denn neben der Mutter waren viele Verwandte, Bekannte und bald einmal auch sie selber Mitglied der Europäischen Frauenunion. Später, in Riniken nahm sie Einsitz in der Baukommission des «Kirchlichen Zentrums Lee», engagierte sich im Pfarreirat und war Gründungsmitglied der Liturgiegruppe, die – ermutigt von aufgeschlossenen Laienseelsorgern –, bald einmal eigene Wortgottesdienste vorbereitete. (Mehr zum Thema Wortgottesdienst im Kapitel «Von der lateinischen Messe zum Wortgottesdienst» im Geschichtsbuch, ab S. 219)

Katharina Heierli

Dokument: Porträt-Katharina-Heierli.pdf (pdf, 1046.1 kB)

Hodel, IsidorNach oben

Isidor Hodel: Kirche ist veränderbar
Diakon in Brugg-West 1979–2008, Schinznach-Dorf

Diakon Isidor Hodel ging im Schenkenbergertal mit Pfarreirat und Gemeinde einen besonderen Weg. Er setzte sich für ein eigenes Kirchenzentrum mit Kirche ein, das den provisorischen Container in Schinznach-Dorf ersetzen sollte. Es brauchte einen langen Atem: das 1984 gestellte Gesuch um Umzonung zog sich über mehrere Jahre hin. Schliesslich war das Vorhaben von Erfolg gekrönt: Während anderswo Kirchen geschlossen wurden, wurde in Schinznach-Dorf eine neue Kirche, St. Franziskus, eingeweiht. Immer wichtig für Isidor Hodel war: Es gibt eine Kirche aus Stein und eine aus Menschen, in welcher Gläubige nicht Objekte, sondern Subjekte sind. Mehr zum Thema «Kirchenbau in Schinznach-Dorf» im Geschichtsbuch, ab S. 250)

Isidor Hodel

Dokument: Porträt-Isidor-Hodel.pdf (pdf, 4251.0 kB)

Kamber, Hans (neu)Nach oben

Hans Kamber: Einem Exkommunizierten gaben sie kein Geld
Kirchenpfleger, Ressort Ausländerseelsorge

Vreni Wood-Kamber erzählt von ihrem 2005 verstorbenen Vater Hans Kamber, der im solothurnischen Jura reformiert heiratete und die vier Kinder reformiert taufen liess. Als er sich für einen Kredit an die Dorf-Bank wandte, hiess es: «Einem Exkommunizierten geben wir kein Geld.» Schwer gekränkt liess Hans Kamber die Kinder umtaufen. Trotzdem engagierte er sich später in Brugg in der Kirchenpflege, wo er sich unermüdlich für das Wohl der Gastarbeiter einsetzte. Federführend war er beteiligt, einen Kinderhort in Schinznach-Bad, danach das Centro in Lauffohr aufzubauen. Sein grosser Einsatz wurde vom italienischen Staat mit dem Orden eines Cavaliere gewürdigt. (Mehr zum Thema «Centro Lauffohr» im Geschichtsbuch, ab S. 167)

Hans Kamber

Dokument: Porträt-Hans-Kamber.pdf (pdf, 998.4 kB)

Knecht, OlgaNach oben

Olga Knecht: Eine katholische Kindheit
Knecht-Transporte, in Windisch seit 1948

Viele, die nach Brugg zogen, stammten aus katholisch geprägten Gebieten. Olga Knecht-Frei ist 1930 in Oberehrendingen geboren und verbrachte ihre Kindheit in einer Gemeinde, in welcher nur eine einzige reformierte Familie wohnte. Sie schildert ein lebendiges Brauchtum, das die Menschen im Dorf verband. Nach der Heirat mit Walter Knecht 1948 und ihrem Umzug nach Windisch, änderte sich das. Nun gehörte sie als Katholikin zur Minderzahl. Den Kirchenbau in Windisch erlebte die engagierte Geschäfts- und Familienfrau Olga Knecht aus nächster Nähe.

Olga Knecht vor der Kirche St. Marien in Windisch.

Dokument: Porträt-Olga-Knecht.pdf (pdf, 2869.2 kB)

Knecht, WilhelmNach oben

Wilhelm Knecht: Wie Dominosteine führte das eine zum anderen
Ministrant, Jungwächter und Kirchenpfleger, Windisch und Habsburg

Die Zeit in der Jungwacht und als Ministrant prägte Wilhelm Knechts Leben. Sowohl beruflich als auch privat, ergaben sich aus den früheren Beziehungen und Erfahrungen neue Chancen. 1971 waren «Knechts» die dritte katholische Familie in Habsburg. Weil es umständlich war, die Kinder nach Brugg oder Windisch in den Religionsunterricht zu schicken, unterrichtete Ehefrau Elisabeth Knecht ihre Kinder auf Anfrage des Pfarrers kurzerhand selber. Später kamen sogar Kinder reformierter Familien dazu, so dass Ökumene ganz selbstverständlich gelebt wurde. Mehr zum Thema «Leben in der Pfarrei» im Geschichtsbuch, ab S. 59)

Wilhelm Knecht

Dokument: Portraet-Wilhelm-Knecht-Auflage2.pdf (pdf, 3093.1 kB)

Leimgruber, StephanNach oben

Stephan Leimgruber: Glaube ist heute ein Lebensentwurf mündiger Menschen
Emeritierter Professor für Religionspädagogik, aufgewachsen in Windisch

Stephan Leimgruber ist in Windisch aufgewachsen und emeritierter Professor für Religionspädagogik. Das heutige Selbstverständnis des Glaubens sei bewusster, sagt er. Man muss sich viel mehr entscheiden: für den Besuch des Gottesdienstes, für eine christliche Taufe und Ehe. Die Kinder werden nicht mehr selbstverständlich getauft. Die soziale Kontrolle ist heute verschwunden. Wer früher katholisch war und nicht mitmachte, wurde gering geschätzt. Gültig für ihn bleibt, dass der Glaube dem Leben Sinn gibt und dass er das Verhalten prägt. Lebenswendepunkte deuten Gläubige religiös. Wer nicht gläubig ist, für den wird Weihnachten zu einem Fest der Geschenke abgewertet, Ostern ist ein Fest des Osterhasen, was Auffahrt und Pfingsten sind? Bestenfalls etwas Mystisches.

Stephan Leimgruber

Dokument: Porträt-Stephan-Leimgruber.pdf (pdf, 2542.6 kB)

Rüegg, Kurt (neu)Nach oben

Kurt Rüegg: Wir sind die Kirche!
Physiker, Luzern/Weimar. Gruppe 3. Welt in Brugg, 1969–1981

Von einer bewegten Zeit erzählt Kurt Rüegg, der sich bereits als junger Mann kirchenpolitisch engagierte. Jugendanliegen, «Dritte Welt», Befreiungstheologie: Ende 1960er-, Anfang 1970er-Jahre trugen er und andere Jugendliche diese Themen und Projekte in die Kirche hinein und forderten an Kirchgemeindeversammlungen, dass Überschüsse gemäss Evangelium den Armen gegeben werde. Um Anliegen besser einzubringen, nahm man Einsitz in die Kirchenpflege. Aus einer Sängergruppe mit «Negro»-Spirituals» entstand die Gottesdienst-Arbeitsgruppe GAG. Die Jungen formulierten Fürbitten, predigten als Laien, sogar ökumenisch feierte man.

Eine Predigt zum Thema «neue dimensionen», die Kurt Rüegg am 17. Januar 1970 hielt, findet sich hier als PDF-File.

Foto: ©Susanne Seiler, Riniken

Dokument: Porträt-Kurt-Rüegg.pdf (pdf, 1286.1 kB)

Sonderegger, GerdaNach oben

Gerda Sonderegger: In allem ist Glaube
Katechetin und Gründerin der Jugendgruppe Oegru in Riniken

Gerda Sonderegger gehörte zu den Katechetinnen der ersten Stunde. In Erinnerung bleibt sie aber auch als Gründerin Jugendgruppe Oegru in Riniken 1971. Zu Beginn traute man ihr von Seiten der Kirche die Führung einer Jugendgruppe nicht zu. Sie müsse sich zuerst ein Jahr lang bewähren, hiess es. Kurzerhand übernahm sie die Kosten selbst. Ihre Motivation: die grosse Verbundenheit zu den Kindern, die sie in sich spürte und verschenken wollte. Sie leistete Pionierarbeit in Sachen Ökumene und Jugendarbeit, die nicht immer einfach war.

Gerda Sonderegger

Dokument: Porträt-Gerda-Sonderegger.pdf (pdf, 5388.0 kB)

Strebel, RitaNach oben

Rita Strebel: Der Wandel in der Kirche war enorm
erste hauptamtliche Katechetin, Brugg 1983–2000

1983 kam Rita Strebel nach Brugg und blieb 17 Jahre als hauptamtliche Katechetin. Sie war die erste und lange die einzige hauptamtlich angestellte Frau im Seelsorgeteam der Pfarrei Brugg. Ihre Aufgabe war, Religionsunterricht auf allen Stufen zu erteilen und die nebenamtlichen Katechetinnen zu begleiten. In den 1980er-Jahren mussten die Katechetinnen die Kinder aus den verschiedenen Dörfern zum Religionsunterricht zusammenführen. Dafür betrieben sie einen enormen Aufwand, der schlecht entlöhnt war, aber letztlich wertvolle Pionierarbeit im Gemeindeaufbau war.

Rita Strebel

Dokument: Porträt-Rita-Strebel.pdf (pdf, 2733.9 kB)

Vogel, EugenNach oben

Eugen Vogel: Ein Traum ging in Erfüllung
erster Pfarrer in Windisch 1965–1992 und Ehrenbürger der politischen Gemeinde Windisch

Für den ersten Pfarrer nach der Reformation in Windisch (1965–1992) ging der Traum, Pfarrer zu werden in einer neuen Kirche in der aargauischen Diaspora, in Erfüllung. Er kam aus dem katholischen Entlebuch. In der neuen Pfarrei Windisch hatte er keine katholischen Traditions-Vorgaben, konnte zeitgemässe Formen von Gottesdiensten und Frömmigkeit einführen und erlebte eine Pfarrei, die hinter ihm stand. Mit der Erneuerung durch das Konzil war viel Neues möglich geworden. Diese Zeit war für einen Pfarrer wunderschön, sagt er. Heute sei es viel schwieriger.

  • Abschrift der Ansprache von Pfarrer Eugen Vogel zum ökumenischen Gottesdienst in der reformierten Kirche Windisch am 29. Januar 1972 hier als PDF
  • Sonntagsgottesdienst aus der Marienkirche Windisch, übertragen vom Schweizer Fernsehen am 15. November 1968. Predigt: Eugen Vogel, Pfarrer, Windisch. Die Abschrift im PDF-File hier.

Eugen Vogel

Dokument: Porträt-Eugen-Vogel.pdf (pdf, 4602.7 kB)

Vögtli, MartinNach oben

Martin Vögtli: Ein einmalig ökumenisches Verhältnis
Erster CVP-Gemeindeammann in Riniken 1970–1984

Der erste CVP-Gemeindeammann von Riniken 1970–1984, Martin Vögtli, wurde Mitte 1960er-Jahre vom Pfarrer angefragt, eine Gruppe für Akademiker und in der Verwaltung und Geschäftswelt tätige Entscheidungsträger zu bilden. Daraus entstand der «Martinikreis». Vögtlis Engagement für die Kirche fand seine Fortsetzung als Präsident des ersten Pfarreirats für die Pfarrei Brugg. Mit dem Bau des Kirchlichen Zentrums Lee in Riniken erlebte er einen Seelsorgerat vor Ort, der von Laien getragen wurde. Als Gemeindeammann unterstützte er den Bau ebenfalls nachhaltig.

Martin Vögtli

Dokument: Porträt-Martin-Vögtli.pdf (pdf, 2908.0 kB)

Zu guter Letzt: Statement-MosaikNach oben

Unseren Sponsoren haben wir eine grosse Zahl aufschlussreicher Statements zu verdanken. Viele von ihnen haben ihr Fühlen, Denken und Handeln offengelegt. Daraus entstand ein buntes Mosaik.

Namentlich zu erwähnen sind:

Sponsorenmosaik

Dokument: Sponsoren_2Auflage.pdf (pdf, 8009.7 kB)